About Karin Schneider



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Werke meiner Mutter Eva-Maria Scheiner

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 Meine Mutter war eine begnatete Portraitmalerin. In 20 Minuten hatte sie eine Zeichnung fertig.

Dabei war es ihr wichtig, das Unsichtbare, das Wesen des Menschen zu erfassen

und nicht nur das Sichtbare zu fixieren.

Selbstportraits

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Bilder aus Alben (4)

Ich

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Mein Vater und meine Großmutter

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Cora - ZeichenbildKatja - Zeichenbild

Kinderportraits

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Ich mit meinen Kanarienvögeln

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Erinnerung an das Grauen im Lager in Russland

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Eines für sie wichtigsten Bilder mit Namen „Jan“

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 Ideen nach einem Urlaub am Atlantik

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Expertieren mit verschiedenen Materialien

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In Leipzig malte sie auf Bestellung viele Wandbehänge dieser Art

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Siehe auch unter folgendem Link:

https://lieder-von-karin-schneider.de/?p=1109

Meine Mutter- die Malerin

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Einen tiefen Einblick in die Seele meiner Mutter während der 5-jährigen Deportation nach Russland und der dortigen Zwangsarbeit in Kohleberkwerken; meine Geburt und die Erschießung meines Vaters gewähren die drei Linolschnitte.

Und der darunterfolgende Ausschnitt eines Berichtes einer Leidensgenossin lässt all das Unausgesprochene Grauen ahnen.

EVA Maria 2 13,9 x 12,5 cm EVA Maria 5 12,6 x 12,8 cm EVA Maria 1 10,0 x 12,8 cm

Siehe auch:

https://lieder-von-karin-schneider.de/?p=1120

Erinnerungen der Katharina Drotleff aus Großscheuern an die Russlanddeportation

Katharina Drotleff ist heute 88 Jahre alt und lebt in einer Seniorenresidenz im Fichtelgebirge. Ihr Enkelsohn Ralph Fuss hat die „Erinnerungen von Katharina Drotleff“ in einem 65 Seiten langen Heft zusammengefasst. Die Dokumentation kann per E-Mail bei ralph.fuss[ät]gmx.de angefordert werden. Im Folgenden erinnert sich die Großscheuernerin an die Verschleppung vor 70 Jahren.

Die Nachricht vom 13. Januar 1945 war ein Schock: Packen für Russland! Alle betroffenen Frauen und Männer aus Großscheuern mussten die Sammelstelle im Schulgebäude aufsuchen. Für meine Schwester und mich packten wir den alten Holzkoffer meines Vaters, der seit dem Ersten Weltkrieg am Dachboden gelegen hatte. Der Abschied fiel sehr schwer. Ich nahm Mutter und Großmutter ein vorerst letztes Mal in die Arme. Was für ein Albtraum. Wir alle konnten die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Im Moment des Abschieds spielten sich Dramen ab. Der Schmerz der bereits durch den Krieg zerrütteten Familien war unfassbar groß. Per Lastwagen brachte man uns zunächst zum Bahnhof nach Neppendorf. Dort standen unzählige Waggons für die Weiterfahrt bereit. Einige Männer hatten sogar ihre prachtvollen Kirchenmäntel für den russischen Winter dabei. Was für ein sonderbarer Anblick inmitten dieser Tragödie. Drei lange Wochen wurden wir nun wie Vieh transportiert. Nur selten bekamen wir die Möglichkeit, uns mit Wasser zu versorgen. In den Waggons entledigte man sich der Notdurft durch ein Loch im Boden, während andere den Toilettengang mit Decken abhingen. Menschenunwürdige Szenen spielten sich ab. Während der Fahrt durch die Ukraine bemerkten wir, dass unser mitgenommenes Brot inzwischen verschimmelt war. In der Hoffnung, das Ziel bald zu erreichen, warfen wir verdorbenes Brot durch die Luken nach außen. Was wir dann sahen, konnten wir kaum glauben. Einheimische sammelten diesen Abfall auf. Langsam ahnten wir, welch’ Schrecken uns noch bevorstand.

Nach Ankunft in Dnjepropetrowsk mussten wir bei klirrender Kälte einen langen Fußmarsch zurücklegen. Als wir eine große Brücke am Dnjepr überquerten, wehte uns ein eisiger Wind entgegen. Ich dachte, vielleicht wäre ein Sprung in den Fluss das kleinere Übel. Stunden später erreichten wir das Ziel. Lager 1416 glich einem Straflager. Fünf schier endlose Baracken sollten uns Deutschen aus Rumänien als Herberge dienen. Getrennt nach Geschlechtern zogen wir dort ein. Dreistöckige Pritschen aus feuchtem Holz, die gerade erst gezimmert schienen, säumten beide Seiten im Innenraum. Bettzeug gab es nicht,

Im tiefsten russischen Winter waren wir nun gefordert, unseren Arbeitsdienst zu verrichten. Anfangs mussten wir im Krieg beschädigte Gebäude abreißen. Männer stürzten noch stehende Mauern ein, Frauen befreiten Ziegelsteine vom Putz. Eine unvorstellbar harte Arbeit bei arktischen Temperaturen. Viele Landsleute hatten diese Bedingungen unterschätzt und nur wenig geeignete Kleidung dabei. Einmal sollten wir aus dem Dnjepr herausgeschnittene Eisblöcke in einer Lagerhalle stapeln. Nach einer Stunde mussten wir völlig durchgefroren aufgeben und verweigerten die weitere Arbeit. Zur Strafe landeten wir für drei Tage in einer dunklen Zelle. Den ersten Tag gab es eine Scheibe Brot, den zweiten Tag einen Teller Suppe und am dritten Tag wieder eine Scheibe Brot. Danach wurden wir völlig ausgehungert entlassen.
Decken und Kleidung dienten als Ersatz – erst viel später bekamen wir Strohsäcke als

Zum Schutz vor der Kälte bekamen wir später „Watta-Kleidung“. Dennoch war die Arbeit bei zweistelligen Minustemperaturen eine Qual, z.B. wenn es hieß: „Schienen putzen!“ Bei dieser Arbeit mussten wir die Gleise im Industriegebiet von Dnjepropetrowsk von Kohleresten befreien, die aus den kohlebefeuerten Lokomotiven geworfen wurden. Im Winter waren wir schon vor Arbeitsbeginn durch den einstündigen Fußmarsch dorthin steif gefroren. Wenn wir die Kälte nicht mehr aushielten, gingen wir manchmal an die Koksöfen der russischen Arbeiter. Sie waren meist freundlich und machten an der Feuerstelle einen Platz für uns frei. „Wie spät ist es?“, fragten wir dann immer. Wir wollten wissen, wie viele Stunden Arbeit noch vor uns liegen. Neben der Kälte war der Hunger unser täglicher Begleiter. In der Früh und am Abend gab es immer nur Kraut- oder Gurkensuppe. Eine heiße Brühe, die nicht wirklich die Bezeichnung „Suppe“ verdiente. Wenn wir Glück hatten, bekamen wir noch zwei Esslöffel Getreidebrei. Wir leckten unsere Teller säuberlich ab, um nichts zu verschwenden. Der Hunger war danach immer noch so groß, dass einige im Küchenabfall nach Essensresten suchten oder darauf hofften, von russischen Arbeitern etwas abzubekommen. Einige Russen hatten Mitleid und gaben uns Essen ab, obwohl es vielen Einheimischen nicht viel besser ging.

Eines Tages teilte man meine Freundin Anni und mich zum Brotholen ein. Als wir gerade die Gleise überqueren wollten, kam uns ein lauter Kesselwagen entgegen. Voller Ehrfurcht hielten wir Abstand. In diesem Moment passierte ein Unglück. Auf dem nebenliegenden Gleis hatten wir eine zweite Lokomotive wegen dem Lärm nicht wahrgenommen. Das Fahrwerk der Lok riss uns beide zu Boden. Meine Knie wurden dabei bis auf den Knochen aufgeschürft. Anni wurde ebenfalls verletzt und erlitt starke Prellungen. Trotz der Schwere der Verletzungen muss ich meinem Schutzengel danken, dass uns kein größeres Unheil widerfahren ist. Die schwarzen Kohlespuren dieses Unfalls sind bis heute auf meinen Knien zu sehen.

Zur Erntezeit war ich froh, am Kolchos arbeiten zu dürfen. Diese Tätigkeit war zwar körperlich anstrengend, hatte aber wegen der besseren Verpflegung entscheidende Vorteile. Auf den großflächigen Feldern wurden Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut. In den kleinen Gärten gab es allerlei Gemüsesorten und Melonen. Wir hatten Glück, dass unser Aufseher eine gewisse „Selbstbedienung“ tolerierte. Ausgerechnet während dieser Zeit am Kolchos wurde es für mich bedrohlich. Eine Typhus-Infektion war die Ursache. Abgemagert auf 35 kg, hatten mich viele schon abgeschrieben. Durch das sehr hohe Fieber fing ich an zu halluzinieren. Ich hörte die Stimme meiner Mutter, die mir Essen bringen wollte. Dieser Zustand fesselte mich für lange Zeit ans Bett, schutzlos ausgeliefert den Kopfläusen. Gezeichnet von der Krankheit, muss der liebe Gott Erbarmen gehabt haben. Er hat mich ohne Medikamente wieder gesund werden lassen. In unserem Lager wurden die Menschen immer schwächer, und die Krankheiten häuften sich. Wann allerdings Tote weggeschafft worden sind, kann ich nicht sagen. Man bekam dann immer nur mit, dass Personen fehlten. Besser man fragte nicht, wo diese geblieben waren.

Das letzte Jahr meiner Deportation im Lager „Sozhorod“ in Krivoy Rog wurde erträglicher. Dort lernte ich auch meinen späteren Ehemann Johann Drotleff aus Kirchberg kennen. Als wir eines Tages bei den Schamotteziegeln arbeiteten, berichtete ein russischer Arbeiter: „Ihr dürft nach Hause!“ Das konnten wir erst nicht glauben, zu oft hatte man uns schon vertröstet. Einen Tag später kam die Gewissheit. Unglaubliche Glücksgefühle kamen auf. In der darauffolgenden Nacht konnten wir vor Aufregung kaum schlafen und dachten nur noch an die Heimat. Im Oktober 1949 kam für alle im Lager „Sozhorod“ die Erlösung. Mit einem kleinen Handgepäck hat man uns zurück nach Rumänien geschickt. Die beschwerliche Heimfahrt war voller Euphorie. Im Dezember 1949 durfte auch mein zukünftiger Mann nach Siebenbürgen zurückkehren.

Katharina Drotleff

 

Bruder Baum

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Bruder Baum

Am Sonntag sollte unsere monatliche „Liedbotschaft“ in der Wallfahrtskirche des Kloster Marienthal stattfinden. Als mein Wecker schellte, zog ich die Decke über den Kopf und wäre am liebsten den ganzen Tag im Bett geblieben. Ich hatte, wie so oft in letzter Zeit, zu nichts Lust. Fühlte mich ziel- und lustlos und sah keinen Sinn mehr in dem, was ich tat. Ich war im Begriff, mich und all das, woran ich einst so fest glaubte, zu verraten und damit diejenigen, die mich so treu unterstützten, die Kraft aus meinen Liedern schöpften, im Stich zu lassen.

Da blieben meine Augen an einem Spruch hängen: „Ich, die Weisheit, verweile bei der Klugheit, ich entdecke Erkenntnis und Rat.“ Das klang wie eine Aufforderung. Wie wahr. An Weisheit und Klugheit mangelte es mir ganz offensichtlich. Und da wusste ich, dass ich dort oben im Wald, an jenem mystischen Ort, wo schon so viele Wunder und Heilung geschehen waren, heute eine prägende Erfahrung machen würde. So gab ich mir einen Ruck und machte mich auf den Weg.

Während ich gemeinsam mit zwei Mitgliedern die notwendigen Aufbauten für die Aufführung vornahm, überfiel mich wieder hammerhart Erinnerung und Schmerz. All diese Tätigkeiten hatte früher mein Mann für mich gemacht. Mein Leben hat sich im letzten Jahr durch seinen Tod um 180 Grad gedreht. Nachher, in der Kirche, würde er nicht mehr neben mir in der Seitenkapelle sitzen und beruhigend meine kalten Hände halten. Und  während meines Singens würde ich ebensowenig seinen Blick auf mir fühlen, der voller Stolz und besorgter Liebe auf mir ruhte. Seit jenem schweren Verlust kämpfe ich um meine Haltung, um die Bewältigung der Alltagsprobleme, um die Hoffnung, dass in allem diesem Grausamen und Unbegreiflichen ein Sinn verborgen liegen musste Die Sehnsucht nach einem liebevollen, aufmunternden Wort, nach einem Blick, der mir sagte: Du bist meine fehlende Hälfte, ich brauche Dich“ war manchmal unerträglich. Energisch riss ich mich zusammen. .Ich glaubte, seine vertrauten Worte zu hören: „Du schaffst das!“

HelmutKarinSchneider

Nachdem alles vorbereitet war, verließ ich die Kirche. Das anschließende  Singen erforderte viel Diesziplin. Eine Stunde unbequeme Sitzhaltung, Konzentration auf meine Gitarre, meine Stimme, meine Emotionen, Kontakthalten mit der Gruppe, mein Innerstes preisgeben. Deswegen machte ich wie üblich vorher einen Rundgang durch das Klostergelände. Ich ging den Kreuzweg, um mich zu sammeln, tief durchzuatmen. Das Universum, Gott um Kraft und Beistand zu bitten. Ein altvertrauter Weg.

Es war ein trüber, kühler Tag. Stille umfing mich. Keine Menschenseele weit und breit. Auf dem Rückweg wurde mein Blick plötzlich von einem Baum angezogen, der mir in all den vorangegangenen Jahren nie besonders aufgefallen ist. Es war ein exotischer Baum, der am Uferrand eines kleinen Baches wuchs. Ich wusste, dass ein Franziskanerpater vor vielen Jahren hier 100 Bäume gepflanzt hatte, die er teilweise von seinen Reisen aus fernen Länder mitgebracht hatte.

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Der Baum sah aus als würde er seinen aufgebrochenen Stamm wie einen Mantel einladend öffnen, um mich darin zu bergen. Es zog mich unwiderstehlich zu ihm hin. Ein Gedanke blitzte in mir auf: „So öffnet Gott Seine Arme für Dich.“ Ich ging die paar Schritte über ein Rasenstück auf ihn zu und legte meine Hand tastend auf die große, offene, feuchte, mit Moos überzogene Wundstelle. Etwas in mir ließ mich die Augen schließen und still verharen. Neben mir vernahm ich das muntere Plätschern des kleinen Baches. Ein Strom von Ruhe und Kraft schien von dem Baum in mich überzugehen.

Nach einer kleinen Ewigkeit riss ich mich los. Ich musste zu der Verantstaltung. Aber anschließend würde ich mit meinem Fotoapparat hierher zurückkehren, um dieses Erlebnisse mit einem lieben, fernen Freund, dem dieser Wallfahrtsort ebenso am Herzen lag wie mir, teilen zu können. Mit ruhigem, bereitem Herzen betrat ich die Wallfahrtskirche.

Nachdem alles wieder abgebaut und im Auto eines der Mitglieder verstaut war, eilte ich zu dem Baum zurück. Bald würde die Dämmerung hereinbrechen und das Fotografieren unmöglich machen. Dieses Mal kam ich aus der entgegengesetzten Richtung und sah schon von Weitem, dass auch von hier aus eine, wenn auch kleinere, aufgebrochene Stelle zu sehen war, aus der ein Zweig hervor wuchs. Aufmerksam umkreiste ich den Baum. Ich wusste, er würde mir etwas begreiflich machen.  Bezeichnete der Heilige Franz von Assisi nicht alles in der Schöpfung als unsere Schwestern und Brüder?

So, wie die Bäume ihre Jahresringe haben, kann man an mir Entwicklungsstufen, Veränderungen alle 7 Jahre ablesen. Sieben ist eine heilige Zahl. Ich bin an einem 7. geboren. Und 7×7 ist die Jahreszahl meines Geburtsjahres. Als ich 63 Jahre alt war starb mein Mann. Das erste Mal in meinem Leben war ich nun ganz auf mich gestellt. Ich stand an einer Wegkreuzung. Ich musste mich entscheiden, welchen Weg ich von nun an gehen wollte.

Der Stamm des Baumes fiel mir besonders auf. Er kam nicht wie gewohnt im Ganzen aus dem Boden hervor, sondern es sah aus, als bestünde er aus einzelnen Strängen, die gebündelt wie eine Garbe den Stamm bildeten. Aber dieser Zusammenhalt wurde offenbar immer wieder durch ein Ereignis, sei es durch Naturgewalt oder durch Menschenhand, aufgebrochen. Dazwischen waren Höhlen und Nischen. Wie Wunden, die der Baum vergeblich zu verschließen gesucht hatte. Fremde Wesen, Moos, Flechten hatten sich darin eingenisteten, Halt und Heimat gefunden. Sie schienen ihm nicht geschadet zu haben. Gegen schädliche Eindringlinge hatte er jedoch ganz offensichtlich Widerstandskräfte entwickeln können.

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Ich trat nun zu der Stelle, die mich anfangs zu ihm hingeführt hatte. Auf einmal fiel mir der dünne Stumpf am oberen Ende der aufgebrochenen Stelle ins Auge. Er war fast nicht zu sehen. Als hätte er sich schutzsuchend ins Dunkel des Bauminneren zurückgezogen. Dieser zarte Austrieb hatte offenbar jemanden gestört und ihn deshalb einfach entfernt.

Unvermittelt zog sich mein Herz zusammen und Tränen traten in meine Augen. Ich wusste nicht warum. Ich lehnte mich an den feuchten Stamm. Wollte den Baum mit allen Sinnen erfassen. Meinen Bruder Baum. Ihn erfühlen, riechen. Hören, wie die Lebenssäfte ihn durchströmen und mit meinen Blutbahnen Kontakt aufnahmen. Er sollte mir von seiner Kraft spenden.

Ist es nicht eine Erkenntnis, dass der Mensch ohne die Bäume nicht leben kann? Bei unserer Geburt ist unser wichtigster Schritt auf dieser Erde das Ringen um den ersten Atemzug. Den Bäumen verdanken wir die so lebensnotwendige Atemluft, sie reinigen sie für uns, spenden uns Schatten, schenken uns Früchte und selbst nach ihrem Tod wärmen sie uns als Nahrung für das Feuer oder dienen uns als Möbelstücke.

Dann trat ich auf den Weg zurück um den Baum im Ganzen zu betrachten. So aus der Ferne sah er nicht mehr ganz so anders aus, als die Bäume, die ihn umgaben. Mein Blick wanderte den Stamm empor. Ich stellte fest, dass sich die einzelnen Stränge nach und nach vereinigten, zu einem einzigen Ganzen, geraden Stamm wurden, je höher er dem Licht entgegen strebte. Und dort oben erst, da konnte er sich frei entfalten. Es war, als wüchse er dem Himmel entgegen, der alle Gegensätze aufhebt.

Doch, obwohl er einst aus anderer Erde ausgegraben und verpflanzt worden war, stand er kraft- und würdevoll da. Er benötigte dafür lediglich den Erdboden, die Sonne und das Wasser. Tief grub er seine Wurzeln in den Boden. Und noch etwas anderes fiel mir auf. Einige der jungen Bäumchen um ihn herum sahen aus, als würden sie sich ihm schutzsuchend zuneigen.

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Nun wusste ich, dass mir dieser Baum einen Spiegel vorhielt. Auch ich wurde als Kind verpflanzt, fühlte mich in der Fremde ausgegrenzt, misstrauisch begutachtet, zutiefst einsam. Und ein Leben lang hatte ich das Gefühl gehabt, aus sich bekriegenden, widersprüchlichen Wesen, – einzelnen Strängen, – zusammengesetzt zu sein. Ich fühlte mich innerlich zerrissen. Und wie dieser Baum war ich äußeren Einflüssen hilflos ausgeliefert, ließ mich aufbrechen, verwunden, fast bis zur Unkenntlichkeit verformen. Ich schlich gesenkten Blickes, mit hochgezogenen Schultern und gebeugtem Rücken durch die Welt, um kleiner und unauffälliger zu sein, niemanden zu behindern durch mein Dasein. Und ich bewunderte meine Mitmenschen, die all diese Schwierigkeiten und Makel nicht zu haben schienen. Die offenbar stark und ungehindert durchs Leben schritten, während ich sie still aus dem Hintergrund beobachtete.

Oh,ich hatte es geahnt. Es war kein Zufall, dass ich heute diesem Bruder Baum begegnete. Nichts ist Zufall. Jetzt erkannte ich, dass ich, ohne es zu bemerken, meine Wurzeln längst im Boden verankert habe. Darum bin ich nie wirklich gestrauchelt. Standfestigkeit ist es, was Bäume und Menschen gleichermaßen brauchen.Und ich war schon eine ganze Weile dabei, die einzelnen Teile von mir genau zu betrachten, sie zu sortieren, zu bejahen und anzunehmen. Und eines Tages werden sie, wie zu einem Strauß gebündelt zu einem geraden Stamm werden, der mein Selbst im Ganzen zeigt.

Auch wenn man mich immer wieder tadelt, zu sehr in der Vergangenheit zu graben, sie nicht loslassen zu können, glaube ich, dass wir hier in der Gegenwart nur an Hand der genauen Betrachtung unserer Vergangenheit die Wesensart unserer Zukunft gestalten können.

Ich richtete mich gerade auf, senkte die Schultern, weitete Brustkorb, hob mein Kinn und blickte in den Himmel. Ich wusste nun, ich bin stark. Ich war niemals so furchtbeladen, wie es oft den Eindruck machte. Ich hatte Stürmen, krankmachenden, zerstörerischen Einflüssen getrotzt. War meiner Natur trotz schmerzhafter Prozesse treu geblieben. Und im Gegensatz zu vielen Menschen hatte ich mich immer gewehrt, mir ein dickes Fell überzustreifen oder Masken zu tragen. Stets gab ich mein Herz preis und öffnete mein Innerstes, auch auf die Gefahr hin, auszubluten. So, wie es der Baum hier vor mir tat.

Und es hatte sich gelohnt. Ich war mir sicher, dass ich dadurch zwar die tiefsten Tiefen kennengelernt hatte, aber auch Höhen erklommen und Glücksmomente erlebt hatte, die den meisten Menschen unbekannt bleiben. Ja, ich war jetzt bereit, den Schritt in die ungewisse Zukunft zu wagen. Dem neuen Lebensabschnitt voller Zuversicht und Erwartung entgegen zu sehen und den Zweifeln und negativen Stimmen die Stirn zu bieten. Und ich wollte weiterhin denjenigen aufmunternd die Hand entgegen strecken, die sie benötigten.

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Ich atmete tief auf, erwachte wie aus einem Traum, legte meine Hand noch einmal in das aufgebrochene, moosbedeckte Wundmal des Baumes und ging dann zurück in den Pilgersaal, zu meiner Gruppe, zu den Kirchenbesuchern, zu einer Tasse Kaffee und Kuchen. Und es war überwältigend. Mehrere Leute sprachen mich an. Sie hatten uns das erste Mal singen gehört. Waren „zufällig“ an diesem Tag im Kloster. „Wir haben noch nie so etwas Wunderschönes gehört. Und welch wunderbare Stimme sie haben“, sagten drei Frauen aus Mainz, die mit dem Zug angereist waren. Ich wusste nicht, was sagen. Ich schämte mich nur, weil ich morgens so an meinem Auftrag gezweifelt hatte.

Welch merkwürdiger Sonntag das war. Ein Tag, den ich nie vergessen würde. Ein Tag der Wende. Und die ganze Zeit fühlte ich einen Menschen neben mir, ganz nah an meiner Seite. Einen Freund, der mich nie im Stich gelassen hatte. Der alle Fehler verzieh. Der mein Herz während der schwersten Zeit meines Lebens durch seine Liebe, sein Vertrauen und seine Hingabe warm gehalten und so vor dem Zerbrechen bewahrt hatte. Der diesen Ort kannte und seine geheime Kraft gefühlt hatte.

Für ihn, der nun selber den schwersten Kampf seines Lebens auszufechten hatte, breitete ich weit meine Arme aus, so, wie mein Bruder Baum es getan hatte, streckte ihm vorsichtig meine Hand entgegen, in der Hoffnung, dass er sie annahm.

Dieser Ort des Friedens, der Stille und der Heilung einten ihn und mich auf ewig. Hier konnten Wunder wahr werden. Ich durfte nur nie die Hoffnung daran aufgeben.

 

 

 

Zeitungsberichte

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RheingauCenter Nachrichten

Klangerlebnis: „An heiligen Stätten“

Gebets- und Singkreis schenkt Kloster Marienthal 1.000 Doppel-CDs zum Jubiläum

„An heiligen Stätten“ heißt die Doppel-CD, die der Franziskanische Gebets- und Singkreis zum 700jährigen Jubiläum der Marienthaler Wallfahrt aufgenommen und dem Kloster geschenkt hat.

Marienthal. (chk) – Der Franziskanische Gebets- und Singkreis schenkte dem Kloster Marienthal 1.000 Doppel-CDs „An heilgen Stätten“. Der Erlös aus dem Verkauf der CD, die zum 700jährigen Jubiläum der Wallfahrt in Marienthal aufgenommen wurde, soll allein dem Kloster zugute kommen. Zwei Jahre lang hatten die Mitglieder des Gebets- und Singkreises unter der Leitung von Karin Schneider und Pater Christian Warth die Aufnahme der beiden CDs vorbereitet.

Finanziert wird die CD aus Spenden der Besucher der monatlichen Liedbotschaft und durch die Unterstützung der Künstlerin Annemarie Bachmann, die auch Singkreis-Mitglied ist und den Erlös aus dem Verkauf ihrer Blütenbilder gespendet hat.

Als „heilige Stätten“ beschreibt die Liedermacherin, Autorin und Leiterin des Singkreises, Karin Schneider, „mystische Orte, an denen Wanderer innehalten, weil sie ein unerklärlicher, tiefer Friede umfängt. Orte, zu denen sich Einsame, Verlorene, Verzweifelte, Ratsuchende flüchten, um Trost zu erfahren. Orte, an denen selbst Glaubensferne eine aufbauende Kraft und Ruhe fühlen, die sie staunen und still werden lässt. Orte, an denen Menschen aller Konfessionen eine Kerze anzünden, in der Gewissheit, dass sie hier willkommen sind.“ Sie hat auch die Liedtexte geschrieben: Das titelgebende Lied „An heiligen Stätten“ und weitere Texte wie „Bruder Franz“, „Effata – öffne dich“, „Vater, ich glaube“ oder „Mein Halleluja“, die auf der ersten CD enthalten sind. Auf der zweiten CD spricht Pater Christian Warth Meditationen im Wechsel mit Instrumentalstücken von Händel, Pepusch, Corette und anderen.

Auf der CD sind nicht nur die ständigen Sänger und Sängerinnen, Musiker und Musikerinnen des Singkreises zu hören, sondern auch Gastsolisten wie Christian Lauterbach (Gitarre), Dr. Christopher Klein (Orgel) und Theo Ruppert (Violine). Wer dem Kloster etwas Gutes tun und sich selbst ein eindrucksvolles Klangerlebnis gönnen möchte, kann die Doppel-CD zum Preis von 17,50 Euro an der Klosterpforte kaufen.

Hörproben siehe: https://lieder-von-karin-schneider.de/?page_id=42

Artikel Sonntag (221109)https://lieder-von-karin-schneider.de/?page_id=84

https://lieder-von-karin-schneider.de/?page_id=34

Karin Zeitung

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Mein Ziel – Lebe Jetzt!

Home | Lieder | Mein Ziel – Lebe Jetzt!

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Mein Ziel

Dieses Lied drückt meine Lebenseinstellung, meine Wunschhaltung Menschen gegenüber aus. Es ist das letzte Lied, das ich machte:

 

 

Entscheide Dich für das Ziel Deines Lebens.

Verliere dieses Ziel nie aus den Augen.

Es sammelt Deine Kräfte.

Es verleiht Dir Klarheit.

Es gibt Dir neue Zielstrebigkeit.

Bitte unten links auf den kleinen Pfeil clicken um das Lied „mein Ziel zu hören

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Jetzt

Dieses Lied wiederum war eines der allerersten, die ich machte.

Weil es etwas für mich ganz Wesentliches ausdrückt: Im Hier und Jetzt zu leben.

Nichts auf später zu verschieben, um es dann bitter zu bereuen,

in Schuldgefühlen zu versinken oder über ein ungerechtes Schicksal zu klagen.

Bitte unten links auf den kleinen Pfeil clicken um das Lied „Jetzt“zu hören

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Einen Überblick über all meine Angeboten findet man unter dem folgenden Link:

https://lieder-von-karin-schneider.de/?page_id=465

Kloster Marienthal

Home | Wallfahrtsort Marienthal/Rheingau | Kloster Marienthal

Marienthal

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Gelegen im Rheingau, ist Marienthal eine der ältesten Wallfahrtsorte Deutschlands.

1309 begann die Wallfahrt einem Heilungswunder.
Das Gnadenbild ist ein kleines Vesperbild. Es stellt Maria dar, wie sie nach der Kreuzabnahme ihren toten Sohn auf dem Schoße trägt. Die Kirche wurde 1330 von Erzbischof Balduin von Tier, Administrator des Erzstiftes Mainz  eingeweiht. Zunächst taten Diözesanpriester hier Dienst. Im 15. Jhdt lösten sie die „Brüder vom Gemeinsamen Leben“ ab, die hier 1468 die erste Klosterdruckerei der Welt einrichteten. Ihnen folgten im 16. Jhdt die Augustinerchorherren und im 17. u. 18 Jhdt die Jesuiten. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 wurde die Kirche teilweise zerstört. Nach dem Wiederaufbau mit Hilfe von Staatskanzler Fürst von Metternich wurde 1858 die Kirche von Bischof Josef Peter Blum von Limburg wieder eingeweiht. 1873 übernahmen Franziskaner den Dienst am Wallfahrtsort.

Marienthal lädt schon durch seine Lage ein, in der Stille und in der Schönheit der Natur Gott zu begegnen. Das Tal, der Wald, das Schweigen schaffen die Voraussetzung, um im Gebet mit Gott zu sprechen und seine Gegenwart im eigenen Innern und in der Natur zu entdecken.

Als Ort der Begegnung mit Gott ist Marienthal vor allem auch ein Ort der Versöhnung mit Gott und der neuen Hinwendung zu ihm. Durch Lebensereignisse, durch die Umwelt, durch die Hektik des Alltags, aber auch durch Nachlässigkeit und Schuld kann eine echte und lebendige Beziehung zu Gott blockiert sein. Gott sucht den Menschen, er gewährt Vergebung und einen neuen Anfang.

Seit fast 700 Jahren hütet Marienthal ein kleines in Holz geschnitztes Bild von Maria, die ihren toten Sohn auf ihrem Schoß trägt. Unzählige Menschen sind ihr in diesen Jahrhunderten hier begegnet und haben bei ihr Trost, Kraft und Wegweisung gefunden. So ist Marienthal auch ein Ort der Begegnung mit Maria.

Die Gemeinschaft der Franziskanern habt Marienthal äußerst gastfreundlich gestaltet. Sie bietet auch Räume und Gelegenheit der Begegnung miteinander und mit dem „Kloster“ an. So ist Marienthal auch im besonderen ein Ort der Gastfreundschaft.

Angebote des Klosters :                                                                                                                           -Gottesdienste, Einladung zum Stundengebet und Konventsmesse, Meditative Eucharistiefeier                                                                                                                   -Nutzung des Pilgersaals für Gruppen, Kloster auf Zeit                                                                          -besondere Möglichkeiten der Gottesbegegnung: Mysterienspiele, Veranstaltungen des FGS und der FG, Freizeit für Jugentliche

Ausführliche Informationen finden sie auch unter: http://home.t-online.de/home/Franziskaner-Marienthal

lebendigesteine

 

Ich liebe mich—ich glaub an mich

Home | Mein Weg | Ich liebe mich—ich glaub an mich

Heute las ich in einer Zeitschrift den Spruch:

„Achte darauf, wie du mit dir selbst sprichst, weil du zuhörst.“

Und ich stimmte ihm aus vollem Herzen zu.

Weil ich mich darin wiedererkannte.

Wie sehr neigen wir oft dazu, uns selber klein zu denken.

Weil man uns zu übertriebener Bescheidenheit erzogen hat.

Oder weil uns unsere Lebenserfahrungen den Anschein vermittelten,

im Vergleich zu unseren Mitmenschen minderwertig und unbegabt zu sein.

Eines Tages jedoch bäumte sich etwas in mir auf und folgende Worte brachen sich in mir Bahn:

Lied: Ich liebe mich

Bitte auf den kleinen Pfeil links unten clicken um das Lied zu hören

 

Franziskusgärtchen

Home | Franziskusgärtchen | Franziskusgärtchen

Das Franziskus-Gärtchen

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Vor einiger Zeit starb im Bekanntenkreis ein geliebtes Haustier.

Wir sprachen darüber. Über die sündhaft teuren Tierfriedhöfe, die Vergänglichkeit und über den Verlust, der so schwer zu verschmerzen war. Sicherlich, Tierkadaver-Verwertungen haben ihre Berechtigung und das ist auch gut so.

Dann kam der Gedanke auf, dass Tiere als Gefährten dem Menschen doch von Gott gegeben werden.

Die nächste, logische Verbindung war die, an den heiligen Franziskus zu denken, der den Tieren predigte.

Seine Gefährten sagten über ihn:

„Wir, die mit Franziskus lebten, haben oft gesehen, mit welcher Zärtlichkeit und Liebe er die Geschöpfe umfing und verehrte und wie sehr er sich an ihnen erfreute. Sein Gemüht war gerührt von Liebe und Mitgefühl und wurde verwirrt, wenn man zu ihnen rücksichtslos war. Er redete zu ihnen mit großer innerer und äußerer Freude, als hätten sie selbst Gemüt, Verständnis und Sprache zu Gott. Sehr oft wurde er dabei in Gott entrückt.“

 

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"Zum Gedenken an Gottes Kreaturen,

die dem Menschen treue Gefährten waren"

(Lance Saito)

Auf dem wunderschönen und stillen Gelände des Klosters Marienthal befindet sich seit 100 Jahren ein kleiner Gartenteil mit einer Statue des Heiligen, seinem Weggefährten Bruder Leo und ein paar Tierfiguren– das Franziskus Gärtchen.

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Um eine Zeit war die Rede davon, es zu entfernen, doch die Franziskanerbrüder wehrten dieses Ansinnen ab.

Es hat heute den Anschein, als wartete das Gärtchen darauf, gerade in der heutigen Zeit ein wichtiger Ort der Besinnung zu werden für das Anliegen des heiligen Franz: Die Bewahrung der Schöpfung.

Schnell wurden Pläne geschmiedet. Das Ergebnis aller dieser liebevollen Pläne ist heute vor Ort zu sehen.

In vielen, vielen Stunden Arbeit haben Privatleute, Freunde und eine Künstlerin Sylvia Säglitz wunderbare Dinge geschaffen.

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    Stele Franziskus (Sylvia Stäglitz)      Stele Tierspuren(Sylvia Stäglitz)

Stele Franziskus Stele Tierspuren

Franziskus Sylvia 02

Der Grundgedanke war folgender: Den Menschen die Möglichkeit zu geben, einem verstorbenen Tier zu gedenken.

Es sollte für den vorbeikommenden Betrachter die Möglichkeit geben, den Namen eines geliebten Tieres auf einen flachen Stein zu schreiben und diesen nieder zu legen.

Ein einfacher wasserfester Stift und eine Tafel sollten angebracht werden. Dazu ein kleines Behältnis mit flachen Steinen. Der Betrachter hätte die Möglichkeit gehabt, den Namen auf den Stein zu schreiben und diesen dort abzulegen.

Die Gedenksteinchen in einem herzförmigen Bett aus weißem Kies

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Oder aber, man hätte von zu Hause einen hübsch verzierten Stein mitbringen können.

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Das wunderbare Franziskaner-Gärtchen zum Dank für die tierischen Gefährten verlangt also nach einem kleinen Eimer und einem Stift.

Dinge, die günstig zu haben sind. Auch, wenn ein Stift mal versehentlich mitgenommen wird, davon geht die Welt nicht unter.

Es zählt der Friede, der in dieser Idee liegt. In der Idee, der Dankbarkeit für das Alltägliche.

Dieser Ort soll den Glauben nicht verdrehen. Es sollte kein Friedhof der Kuscheltiere entstehen.

Der Gedanke war, zu danken. In Schlichtheit und Einfachheit.

Zu danken für ein Geschenk des Herrn. So, wie Franziskus es selber ausdrückte:

„Jegliche Kreatur, die im Himmel und auf der Erde, im Meer und in den Tiefen ist, soll Gott Lob und Herrlichkeit und Ehre erweisen, weil er unsere Kraft und Stärke ist und er allein gut ist.“

(Lance Saito)

Einige der Schautafenl, die das Gedankengut des Franziskus verdeutlichen.

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Der franziskanische Gebets- und Singkreis (FGS) singt anlässlich der Einweihungsfeier.

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Lied: Blutsbrüder

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Pater Bernold OFS, Guardian des Klosters, spendet den Segen.

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Da der Heilige und die ihm zugewandten Franziskaner, die mit ihm in Einfachheit und Schlichtheit leben, mehr den Grundelementen zugetan sind, ist es allerdings notwendig, dass sich kein Kitsch oder Plastik hier breit machen.

Das Miteinander mit den Franziskaner-Brüdern, die Kitsch und Unordnung verletzen würde, muss immer im Vordergrund stehen.

Und es sollen auch keine Futternäpfe, Halsbänder oder sonstige Erinnerungsstücke dort an diesem friedlichen Ort abgelegt werden.

 

An heiligen Stätten-Meditation

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Tiefdunkler Wald
Ruhe aus den Blättern entspringt
meine Seele in Ruh es ist als ob sie singt
die Mutter ist hier, ich spüre sie
der Vater ist hier stark wie nie
ein Platz für jeden
ein Hort des Friedens.

Text: Lance Saito

 

 

Lied: Schweiget, ihr Bäume…

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Meine Seele in Ruh – es ist als ob sie singt

In der Luft da liegt heut ein Friede,

Engel verneigen sich vor Gottes Sohn.

Er sah mein Leid und nun will er es wenden.

Er kommt als Retter, um mich zu befrei’n.

Lied: Engel des Herrn

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Die Mutter ist hier – ich spühre sie….

Maria, tritt still neben mich und hilf mir hier beim Beten.

Wenn du mir hilfst, dann wird gewiss Gott auf mein Flehen hören.

In deinem Herzen trugst du oft des Lebens Last und tiefen Schmerz. .

Doch dein Vertrau’n zu Gott war groß.

Lied: Gloria Maria

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Der Vater ist hier – stark wie nie….

Wächter der Seele hab ich Dich genannt.

Sie hat Dich immer als Heimat erkannt.

Auf ihrer suche ins himmlische Land,

führe sie vorwärts mit zärtlicher Hand.

Wächter der Seele – Anfang und Ziel –

vor Dir verneig ich mich still.

Lied: Flamme des Lebens

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Ein Platz für jeden – ein Hort des Friedens

Tief in meinem Herzen, da folg ich dem Ruf,

tief in meinem Herzen, der Leben mir schuf.

Tief in meinem Herzen, ganz sicher und klar,

tief in meinem Herzen ein Friede.

Lied: Tief in meinem Herzen

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Schweigend empfängt euch die göttliche Macht.

In ihr verloren seid ihr nun erwacht.

             Jauchzt mit den Engeln, preist ihn ganz laut,

          dem ihr voll Staunen ins Antlitz geschaut.

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, Joh 14 ,6
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, Joh 14 ,6

Der Pilgerbrunnen

Marienthal besitzt eine eigene Quelle mit weichem, reinem Wasser.

Viele Pilger, Wallfahrtgruppen und in letzter Zeit auch Wanderer auf dem Rheinsteigs, besuchen diesen Wallfahrtsort.

So kam der Gedanke auf, sie teil haben zu lassen an dem erfrischenden Quellwasser.

Ein kleines Angebot, welches dem Besucher die Möglichkeit geben soll, an einem heißen Tag seinen Aufenthalt erfrischt zu verlängern.

An der Wand gegenüber dem Altar befindet sich nun für die Pilger und Besucher ein überdachtes, einfaches Wasserbecken mit einem schlichten Wasserhahn.

Dort gibt es allerdings kein heilendes Wasser mit Wundereigenschaften, sondern einfach einen erfrischenden Trunk für den müden Wanderer.

Franziskus lädt in einem Vers aus seinem Sonnengesang dazu ein:

„Gelobt seist Du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
die nützlich-schlichte, köstliche und reine.“

(Das Wasser ist regelmäßigen Kontrollen unterworfen.)

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Die Sternenkinder

 Wenn ein Kind fragt, wo es her kommt, wird oft die Geschichte des Seerosen-Teiches erzählt, in dem all die Kinder wohnen, bevor sie auf die Welt kommen und in den die Kinder zurück kommen, die nicht auf der Welt bleiben können.

Dies ist eine sanfte Methode, den Kindern beizubringen, dass alles Leben vergehen kann.

Für die verlorenen Kinder gibt es keine Denkmäler. Keine Stätte, um für sie zu danken, so kurz sie auch nur da waren.

Sternenkinder nennt der Volksmund die Kinder, die nicht sein durften.

Die kaum waren oder die noch so heiß erhofft werden.

Im friedlichen Tal der Maria – also Marienthal – gibt es nun  einen solchen Ort, an dem man in stillem Gedenken verweilen kann.

Im Angesicht der Schutzmantelmadonna eine Stätte des Trostes, vielleicht der Reue oder der Hoffnung auf eine neue Chance …

(Lance Saito)

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